Facebook weiß, was gut für uns ist

Veröffentlicht am 17. November 2012 | in der Kategorie Mein Senf dazu ... | Tags:

Facebook ist voller Fanpages. Beinahe jedes Unternehmen legt sich eine an und pflegt sie dann mehr oder weniger liebevoll. Sie sind ein mächtiges Werkzeug für die PR-Abteilungen, denn klickt ein User erst mal „gefällt mir“, bekommt er jeden Post der Seite in seinem Newsfeed angezeigt. Bekam. Denn Facebook hat diesen Kanal in den letzten Wochen beschnitten.

Nun wurde erst rumort, dass dieses Verhalten mit der Möglichkeit zusammenhängt, dass Seitenbetreiber und auch private Nutzer die Möglichkeit bekommen haben, für die Streuung ihrer Posts zu bezahlen. Diese Möglichkeit dürfte mehr genutzt werden, wenn wenn man davon ausgehen muss, dass nur noch die Hälfte der bisherigen Nutzer am Ende die Nachricht erhalten.

Gesponserte Beiträge auf Facebook

Eigene Beiträge können „hervorgehoben“ werden.

Nun hat sich jedoch der Unternehmenssprecher Will Cathart dazu geäußert und bestritten, dass die Umstellung des Algorithmus auf die Anzahl der für die Nutzer zu sehenden Meldungen Auswirkungen habe. Die Anzahl sei nicht zurückgegangen, nur wäge Facebook die Qualität der Einträge ab und ließe nicht mehr jede Meldung auf den Newsfeed der Nutzer zu.

„Das Problem, das wir mit dem News-Feed haben ist, dass Facebook zwar zum Alltag der Menschen gehört, aber die Menschen nicht genug Zeit haben, um absolut alles, was vor sich geht zu erfassen.“

Mit fortschreitender und intensiver Nutzung von Facebook vergrößert sich natürlich die Zahl der Seiten, von denen man Meldungen angezeigt bekommt. Wenn der durchschnittliche Facebook-Nutzer eine Stunde pro Tag auf dem sozialen Netzwerk verbringt und er in der Zeit nicht nur grob über für ihn mehr oder weniger unnütze Meldungen hinweg scrollen will, bleiben Einträge ungesehen. Er muss Qualitätsmanagement betreiben. Auswählen, welche Beiträge gut und wichtig sind und welche er sich sparen kann. Für die Eindämmung war bis jetzt jeder selbst zuständig (siehe Screenshot).

Mit Klick auf den Pfeil in der rechten oberen Ecke eines Beitrags kann man einen Beitrag verbergen und anschließend auch alle Beiträge dieser Quelle vom Newsfeed ausschließen (t3n sollte man allerdings nicht ausschließen).

Diese Auswahl übernimmt jetzt auch Facebook. Cathart nannte vier Faktoren, die den sogenannten EdgeRank beeinflussen:

  • Hat der Benutzer mit den Beiträgen der Seite in der Vergangenheit interagiert?
  • Mochten die Freunde des Benutzers den neuen Post?
  • Wie hat sich der Benutzer zu ähnlichen Beiträgen in der Vergangenheit verhalten?
  • Gab es Beschwerden anderer über die Seite oder deren Beiträge?

Um diese Punkte zu verdeutlichen, versuchte es Cathart mit einer Star Wars Analogie:
„Sagen wir Darth Vader schriebe einen Beitrag, dass er und Luke Skywalker Vater und Sohn seien. Um festzustellen, ob Yoda diesen Beitrag in seinem Newsfeed sehen würde, würde Facebook folgendes analysieren:

  • ob Yoda Beiträge von Vader in der Vergangenheit geliked hat,
  • wie Leia und Han Solo der Beitrag von Vader gefiel, als sie es bei Facebook sahen,
  • wie Yoda in der Vergangenheit mit Beiträgen zu Familienbeziehungen umging und
  • ob sich jemand über Vader und/oder diesen Beitrag beschwert beschwert hat.
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