Lieber Winterdienst: nicht jeder hat ein Auto

Ver├Âffentlicht am 25. Februar 2013 | in der Kategorie Aus meinem Leben, Mein Senf dazu ... | Tags: , ,

tauender Schnee versperrt Fu├čwege

Ein schneereiches Wochenende liegt hinter uns. Es ist einiges runter gekommen und der Winterdienst hatte jede Menge zu tun, die Stra├čen wieder frei zu bekommen. Als Nutzer ├Âffentlicher Verkehrsmittel und als autoloser Pendler freue ich mich nat├╝rlich mehr, wenn die Schienen frei sind. Mein Verst├Ąndnis von Stra├čen und deren Benutzern unterscheidet sich aber anscheinend weitestgehend von dem der f├╝r die R├Ąumung zust├Ąndigen Organe. Anders kann ich es mir nicht erkl├Ąren, was ich die letzten Tage wieder erleben musste.

Wie schon gesagt: es ist Schnee gefallen – in nicht unerheblichen Massen. Soll vorkommen, ist ja Winter. R├Ąumfahrzeuge sind auch gefahren und haben die Stra├čen geschoben. Eine Spur. Ohne Haltestellenbuchten. Ich war das Wochenende in Zittau. Ist dort ├╝berhaupt mal ein Bus gekommen (st├╝ndlicher Rhythmus macht voll Sinn den Fahrg├Ąsten die einfache Benutzung des ├ľPNV nahezulegen), hatte der Busfahrer zwei M├Âglichkeiten:

  1. Er f├Ąhrt durch die Schneeberge des Winterdienstes und macht sich seinen Bus kaputt.
  2. Er bleibt auf der Fahrbahn stehen und l├Ąsst die Fahrg├Ąste lieber durch die Schneemassen waten. Das macht gerade bei ansetzendem Tauwetter enorm Spa├č.

Sonntag fing sie dann n├Ąmlich wieder an wegzutauen, die wei├če Pracht. Und ├╝brig blieben graue, matschige Massen als Inseln zwischen Pf├╝tzenseen. Mein heutiger Morgenspaziergang zum Bahnhof (Bus und Bahn fuhren ja nicht: #Streik) war ein reinster Hindernisparkour. Auf den Gehwegen sind da nat├╝rlich die Anwohner schuld, nicht weniger d├Ąmlich bedeutsam, aber ein anderes Thema. Viel schlimmer waren aber immer Stra├čeneinm├╝ndungen oder andere Stellen, an denen man die Stra├čenseite wechseln musste. Je nach Gr├Â├če und Anlauf ├╝bersteigt die Ausdehnung der Wasserlachen die zu ├╝berspringbare Distanz. Nasse F├╝├če sind die Folge. Und warum? Weil das Tauwasser nicht abflie├čen kann, weil der Schlick und Matsch noch immer breit auf den Stra├čen liegt und der sorglos beiseite geschobene Schnee die Gullis verdeckt. Frei nach dem Motto:

Schieben wir den Schnee nur beiseite.
Wenn es aufgeh├Ârt hat zu schneien sind wir nicht mehr zust├Ąndig.

Jetzt freue ich mich, diese Pf├╝tzen in der Dunkelheit ausfindig zu machen. Yeah!