Wenn Kollegen das Unternehmen verlassen …

Ver├Âffentlicht am 05. Mai 2016 | in der Kategorie Aus meinem Leben | Tags: , , , , , , ,

… kann man im Grunde drei Empfindungen haben:

  1. Freude – dass die Person endlich weg ist. Man hat sie irgendwie noch nie gemocht oder irgendwann ist mal etwas vorgefallen, was man nie verwunden hat,
  2. Gleichg├╝ltigkeit – man kann halt nicht mit jedem gleich gut auskommen, vergisst viele Personen auch recht schnell und hat irgendwann sogar Probleme, sich ├╝berhaupt zu erinnern, wer das noch mal war,
  3. Trauer. Und ja, ich w├╝rde es als Trauer bezeichnen – eine Traurigkeit ├╝ber einen Verlust.
Der Begriff Trauer bezeichnet die durch ein betr├╝bendes Ereignis verursachte Gem├╝tsstimmung und deren Kundgebung nach au├čen, etwa durch den Verlust nahestehender oder verehrter Personen oder Tiere, durch die Erinnerung an solche Verluste, oder auch zu erwartende Verluste.

Wikipedia

An einem derzeit ├╝blichen Arbeitstag sind Kollegen meist die Mensche, mit denen man die l├Ąngste Zeit zusammen ist. L├Ąnger als mit einem Partner oder anderen geliebten Personen im Umfeld, welches man sich aussuchen kann. Es soll ja Unternehmen geben, wo man sich unter vielen Teams genau das aussuchen kann – wo es am besten passt, aber das habe ich selbst noch nie erlebt.

Man bewirbt sich auf eine Arbeitsstelle mit der Hoffnung, dass einerseits die Arbeit an sich zufriedenstellend ist und die Bezahlung stimmt. Andererseits sollten auch die Arbeitsbedingungen stimmen. Und daran haben die Kollegen einen entscheidenden Einfluss.

Work-Life-Balance war vor ein paar Jahren das Buzzword, womit Personaler laut geworben haben: Gleitzeit, 30-Stunden-Woche, M├Âglichkeit im Home Office zu arbeiten … „dass noch genug Zeit f├╝rs Leben bleibt!“ Dabei kann man doch beim Leben keinen Pausenknopf dr├╝cken, zur Arbeit gehen und dann wieder „weiter leben“. Man lebt die ganze Zeit. Ich brauche keinen Ausgleich von „Work“ und „Life„. Das eine ist Teil des Anderen.

Wenn ich mich so umschaue, hatte ich wirklich Gl├╝ck, als ich vor nun schon ├╝ber 2,5 Jahren meinen Job gewechselt habe. Ein Schritt ins Ungewisse endete in einem wirklich tollen Team. Ich fand Kollegen, auf die Verlass ist, mit denen man Spa├č haben kann und die daf├╝r sorgen, dass ich noch nie das Gef├╝hl hatte: „or nee, morgen wieder Arbeit„. Und ich fand Freunde.

Letzte Woche hat uns eine Kollegin verlassen. Na gut, es ist ein Verlassen auf Zeit: f├╝r ein reichliches Jahr in Mutterschutz/Elternzeit. Ich freu mich f├╝r sie und das hei├čt auch nicht, dass sie aus meinem Leben verschwindet, aber aus t├Ąglich acht Stunden mir schr├Ąg gegen├╝ber. Es fehlt jetzt etwas im Team. Sie fehlt. #nonmention ;-)

Sie ist weg