Sie werden sterben. Lasst uns dar├╝ber reden.

Ver├Âffentlicht am 18. November 2012 | in der Kategorie Mein Senf dazu ... | Tags: , ,

Plakat an der Haltestelle Freiberger Stra├če in Dresden.

Auf die gestern angelaufene Themenwoche „Leben mit dem Tod“ in der ARD wurde unter anderem mit einer Plakatkampagne hingewiesen. So konnte man an Haltestellen in gro├čen Buchstaben lesen:

Sie werden sterben.
Lasst uns dar├╝ber reden.

Das sorgte f├╝r Aufmerksamkeit. Einmal des Themas wegen, aber auch bei nicht wenigen (wie auch mir) wegen der inkonsequenten Einhaltung der Anrede. Richtig w├Ąre doch gewesen: „Sie werden sterben. Lassen Sie uns dar├╝ber reden“ oder „Du wirst sterben. Lasst uns dar├╝ber reden“.

Was haben sich die Werbetexter dabei gedacht? Die Zielgruppe der ARD d├╝rfte sich ├╝ber eine zu pers├Ânliche Anrede wohl nicht freuen, was man an Besuchern schwedischer Einrichtungsh├Ąuser ab und zu bemerken kann. Also „Sie“. In der Unterzeile wollten sie dann aber doch noch die Kurve kriegen und der hippen Jugend zeigen, dass sie vielleicht zu Unrecht die Pole-Position ihrer Kanalbelegung im TV ge├Ąndert haben?

Ich z├Ąhle mich weder zu der einen, noch zu der anderen Gruppe. Mich st├Ârt nur dieser Mischmasch. Schon vergangene Woche behandelte die Sendung Bambule (ZDF.neo, Do 21.45 Uhr) mit Sarah Kuttner das Thema Tod. Die digitalen Spartenkan├Ąle haben den Hauptsendern also auch in diesem Punkt wieder etwas voraus. In Ermangelung digitalen Fernsehens, habe ich den vom Zweiten Deutschen Internet Ôäó angebotenen RSS-Feed genutzt und die Sendung schon einen Tag vorher schauen k├Ânnen.

Eine andere These habe ich letzte Woche noch geh├Ârt: mit „Sie“ sei nicht der Leser des Plakats gemeint, sondern (├Ąltere) Menschen allgemein – also 3. Person plural. Die anderen w├╝rden sterben st├╝rben. Und mit „uns“ meine sich die ARD selbst. Dann w├Ąre das Plakat richtig.