<3 e-Golf

Veröffentlicht am 30. MÀrz 2015 | in der Kategorie Aus meinem Leben, Instagram | Tags: , , , ,
e-Golf

Ich habe ja kein Auto und es ist auch schon ein paar Jahre her, als ich öfter gefahren bin. Das letzte Mal hinterm Steuer war im Juni fĂŒr zwei Stunden. Vor ein paar Wochen erreichte mich ĂŒber irgendein soziales Netzwerk, dass man bei dem Car-Sharing-Dienst Flinkster jetzt einen VW e-Golf ausleihen könnte. Da ich zu gern mal selbst hinterm Steuer eines Elektro-Autos sitzen wollte und ich etwas Sperriges aus dem Baumarkt brauchte (eine Puzzleplatte und einen großen Blumentopf), kam mein heutiger erster Urlaubstag wie gerufen.

Auf der Flinkster-Website stand schön beschrieben, was beim Ausleihen eines Elektro-Autos zu beachten ist:

  1. Mit Kundenkarte Auto öffnen – SchlĂŒssel befindet sich dann im Handschuhfach
  2. Mit der DREWAG RFID-Karte an der LadesĂ€ule die Verbindung zum Ladekabel lösen, anschließend mittels der AutoschlĂŒssel-Fernbedienung die Verbindung des Kabels am Auto freischalten.

Welche DREWAG RFID-Karte? Ich hab sowas nicht. Beim Schalter der Bahn, wo ich mich damals registriert hatte, konnte mir (erwartungsgemĂ€ĂŸ) niemand helfen, aber sie gaben mir die Telefonnummer der Hotline: Da werden Sie geholfen. Und das wurde ich auch – die Karte steckt mit dem ZĂŒndschlĂŒssel im Handschuhfach. Mit etwas Probieren – bei anfangendem Regen etwas zu hektisch – habe ich das Prozedere dann auch erfolgreich abgeschlossen, saß im Auto und …

P R N D

Man bekommt in Deutschland nach X Fahrstunden mit einem Auto mit Schaltgetriebe seinen FĂŒhrerschein und darf dann alles fahren, was PKW heißt – OHNE auch nur einen HAUCH einer Ahnung zu haben, was man drĂŒcken und welchen Hebel man umlegen muss, um ein Automatikauto zum Fahren zu bewegen. Nun wohne ich ja nicht unter einem Stein und bin schon irgendwie los gekommen und war sehr froh, dass ich mich in einem VW soweit auskenne, da es binnen Minuten von strömendem Regen zu Sonnenschein wechselte und ich da nicht lange nach den richtigen Schaltern suchen musste. Nach einer kurzen Irritation an der Schranke des Parkplatzes („ich habe doch gar keinen Parkschein, damit ich hier raus komme“ – da half auch die RFID-Karte, sagte mir die Hotline – mir ist ja nichts peinlich) ging es los.

Und – es – war – genial. Ich merkte zwar sofort, wie ich beim Einsteigen zu genau so einem ignoranten Arschloch wurde, wie es Autofahrer nunmal sind – obgleich ich etwas mehr auf Radfahrer achtete – aber es war einfach zu schön, um gesittet mit 30 durch die Straßen zu zuckeln.

Man hört nichts

Aufbrausende MotorgerĂ€usche brauche ich nicht, ich finde es viel schöner aufs GasPedal zu treten und wie von Geisterhand: ab geht die Lutzi. Und wie. An der Ampel nur kurz drauf getippt und zack – schon ist man zu schnell fĂŒr den Stadtverkehr. Die Dame an der Hotline hat mich zwar noch mal darauf hingewiesen: „Denken Sie an die Reichweite: nur Stadtverkehr – kein Überland und schon gar keine Autobahn!“. Ich wollte vom Hauptbahnhof zum Elbepark und natĂŒrlich wollte ich auch etwas fahren. Also die Bergstraße hoch und auf die A17. Das war dann allerdings etwas ernĂŒchternd. Ab ca. 80 km/h macht der e-Golf nicht mehr so viel Spaß. Der Anzug ist nicht mehr so brachial, ja, er kommt ab 130 km/h sogar recht schwer in die GĂ€nge.

Ich brauche kein Auto, aber ich mag VW.

Als ich meinen Einkauf dann nach Hause gebracht hatte, war noch eine reichliche Stunde, bis ich das gute StĂŒck wieder abzugeben hatte. Also nahm ich mir die Zeit und machte mich etwas mit der Ausstattung vertraut: schaltete das Radio ein, ließ mich vom Navi zum Bahnhof leiten (keine schwierige Aufgabe von Löbtau aus), das Piep-Piep-Piep mit Spuranzeige je Lenkradeinschlag beim Einparken hatte ich ja vorher schon genossen … Gut, es war keine Topausstattung: keine Spielereien am Lenkrad, keine Regensensoren (glaube ich), aber mit so Kleinigkeiten wie einer automatischen Handbremse kann man mich schon beeindrucken. Und stimmigem Design. Keine mit hĂ€sslichstem Kunststoff verkleidete Schachtel mit Blitz vorn drauf, wo ich mich immer frage, ob die Designer uns nur trollen wollen …

In Dresden braucht man ja kein Auto. Wenn doch, kann man sich eins leihen. Es wĂ€re schön, wenn das mit anderen Anbietern noch einfacher wĂ€re. Anbieter, wo man nicht zwangsweise das Auto wieder zurĂŒck bringen muss. Wozu doppelte Wege, wenn man ein Netz von Abgabestellen oder gar Zonen hĂ€tte? Hallo Car2Go, wollt ihr nicht mal nach Dresden kommen?