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Alles mit dem Keyword 'SchrittzÀhler'

Fitbit Flex – mehr als ein SchrittzĂ€hler

Veröffentlicht am 23. September 2013 | in der Kategorie Aus meinem Leben | Tags: , , , , , , ,

Fitbit Flex

Ich bin gestern 11.077 Schritte bzw. 8,8 Kilometer gelaufen, habe 1.300 ml getrunken, schlief letzte Nacht 5 Stunden 52 Minuten und bin dabei 3 Mal aufgewacht. Gut zu wissen. Oder etwa nicht?

Vor ziemlich genau einem Monat habe ich mir das Flex der Firma Fitbit bestellt. Ein Fitness-Gadget, welches neben einem SchrittzĂ€hler auch gleichzeitig ErnĂ€hrungscoach und Wecker sein will. Seitdem habe ich es immer getragen – bei Tag und bei Nacht – abzĂŒglich kurzer Ladepausen.

Anprobe und Tragekomfort

Der Tracker wird anders als beim Fitbit One nicht nur in die Hosentasche gesteckt, sondern in einem Armband verstaut. Im Lieferumfang sind zwei GrĂ¶ĂŸen einer Farbe enthalten – zur Auswahl stehen Schwarz und Schiefergrau. Wer es bunter möchte und das Armband seiner tĂ€glichen Kleidung anpassen mag, kann sich (zum Beispiel hier fĂŒr 25,90 €) noch ein zusĂ€tzliches Farbset (Korallenrot, Marineblau und MintgrĂŒn – jeweils nur eine GrĂ¶ĂŸe der Wahl) kaufen. Steckt der Tracker dann erst einmal im Armband, ist er auch gegen Feuchtigkeit geschĂŒtzt. Ich trug es immer unter der Dusche – nur beim Baden hatte ich zu wenig Vertrauen. Das Armband störte mich entgegen meiner Erwartungen auch nicht bei meiner Arbeit am Computer. Ich trage es rechts an der Maushand. Meine Armbanduhr lege ich dagegen schon das ein oder andere Mal ab. Auf der Oberseite (wo der Tracker sitzt) ist das Armband ein wenig dicker als am Verschluss. Dadurch bleibe ich selber, oder auch andere, daran gern einmal hĂ€ngen. Aber da gewöhnt man sich sicher noch. Alles in allem ist das Flex aber schön leicht und sehr angenehm zu tragen.

Fitbit Flex

KonnektivitÀt

Anders als das Jawbone UP oder das Withings Pulse braucht das Flex nicht mittels Kabel an die Kopfhörerbuchse des Telefons oder Rechners geknĂŒpft werden. Die Synchronisierung erfolgt ĂŒber Bluetooth LE (low energy) – wie der Name schon sagt: Ă€ußerst stromsparend. Gerade die erste Zeit habe ich natĂŒrlich recht hĂ€ufig auf mein iPhone geschaut, wie weit ich den Tag schon gelaufen bin oder habe eingetragen, wann ich etwas getrunken habe – selbst da hat der Akku nicht gleich schlapp gemacht. Man kann in der iOS-App (es gibt auch eine fĂŒr Android) einstellen, wie regelmĂ€ĂŸig der Datenaustausch zwischen Armband und Telefon und damit Web-Nutzerkonto geschehen soll.

Das Laden ist ein Minuspunkt, den bis jetzt alle diese ArmbĂ€nder haben. Die Smartwatch „Gear“, die Samsung auf der IFA vorgestellt hat, hĂ€lt ja gerade einmal 25 Stunden durch. Der Akku des Flex ist nach circa fĂŒnf Tagen geleert und teilt das via Push-Meldung und E-Mail mit. Warum sich solche GerĂ€te nicht durch Bewegungsinduktion selbst aufladen können, ist mir jedoch ein RĂ€tsel. Der frĂŒhere Handyhersteller Nokia hat fĂŒr so ein Verfahren 2010 ein Patent angemeldet – jetzt nur kein GerĂ€t, welches diesen nutzen könnte. ZurĂŒck zum Flex: zum Laden muss man das Armband dann also doch einmal abnehmen, den Tracker herausdrĂŒcken und in dem mitgelieferten Ladekabel an ein nicht mitgeliefertes USB-Netzteil (oder Computer) stecken. Der Ladezustand wird durch die LEDs auf dem Tracker angezeigt.

Ladeadapter, Tracker und ArmbandLadeadapter, Tracker und Armband

Anzeige / Display

Das Flex verfĂŒgt ĂŒber fĂŒnf weiße LEDs, die nebeneinander angeordnet sind. Ähnlich wie die Power-LED bei meinem weißen MacBook, sieht man diese LEDs allerdings nur, wenn sie auch benötigt werden. Tippt man mit dem Finger zwei Mal kurz hintereinander auf diese Zeile, zeigen die LEDs, wie viel Prozent des Tagesziels an Schritten man schon erreicht hat. Wenn beispielsweise zwei Leuchten brennen und eine blinkt, hat man 40 Prozent geschafft und befindet sich auf dem Weg zur nĂ€chsten Grenze: 60 Prozent. Eine etwas grobe Skala, aber fĂŒr eine schnelle Einordnung nicht schlecht. Dass das Flex im ersten Anschein ohne Display auskommt, finde ich Ă€ußerst schick. Eine auf BerĂŒhrung erscheinende Uhrzeit wĂŒrde sogar dazu fĂŒhren, dass das Flex auf meinen anderen Arm wechselte und so meine Uhr ersetzte. Schade. Tippt man zwei Sekunden lang (entspricht circa fĂŒnf Mal) auf die Displayleiste, aktiviert man den Schlafmodus. In dieser Zeit trackt der Bewegungssensor, wie ruhig man schlĂ€ft, errĂ€t so, wie oft man aufgewacht ist und summiert die restliche Zeit bis zum Aufstehen (ebenfalls zwei Sekunden auf das Armband eintippen). Wenn man sein Tagesziel an Schritten erreicht hat (ab Werk 10.000) vibriert das Flex und die LEDs blinken alle „vor Freude“ wie wild.

Fitbit DashboardFitbit Dashboard auf www.fitbit.com

Wecker

Der Vibrationsmotor wird vom Flex aber auch als Wecker benutzt. Man kann auf der WeboberflĂ€che oder in der App (sich tĂ€glich unterscheidende und wiederholende) Weckzeiten einstellen, die dann mit dem Flex synchronisiert werden. Ist diese Zeit dann erreicht vibriert der Tracker. Davon wird man wach – sehr zuverlĂ€ssig. Ich habe mir zwar immer noch einen Handywecker gestellt, ihn aber noch nie gebraucht. Der Partner wird durch die Vibration bedeutend weniger gestört, als von einem laut rasselnden Weckton und kann noch etwas weiter schlafen. Ein Double-Tap beendet das Vibrieren, andernfalls verfĂ€llt der Tracker in einen Snoozle-Modus und fĂ€ngt nach neun Minuten erneut an. Das Flex weckt auch immer zur festgelegten Zeit. Etwas besser der Mitbewerber: beim Jawbone UP kann man ein Weck-Zeitfenster festlegen, in dem man geweckt werden möchte. Angenommen ich möchte 6.00 Uhr aufstehen, wĂ€lz mich aber schon 5.45 Uhr halb wach im Bett umher. Dann weckte mich das UP lieber eher, als dass ich wieder in die nĂ€chste Tiefschlafphase fiele und dann wie gerĂ€dert aufwachte.

Fitbit App auf dem iPhoneFitbit App auf dem iPhone

ErnÀhrungsplaner

Ich habe (noch?) keinen dringenden Anlass, mein Gewicht oder aufgenommene Kalorien zu ĂŒberwachen. Aber ich trinke zu wenig. Und genau aus diesem Grund finde ich die Funktion, dass man in der App oder auch ĂŒber die WeboberflĂ€che seine getrunkenen Mengen an FlĂŒssigkeit eintragen kann, so klasse. Wenn man einen Schritt weiter gehen möchte, kann man mit sich mit Abschluss eines Bezahlabos auch einen ErnĂ€hrungsplan zusammenstellen lassen. Das habe ich allerdings nicht ausprobiert. Mein Gewicht habe ich zwar eingetragen und aktualisiere es ab und an auch, jedoch nicht so regelmĂ€ĂŸig nebenbei, wie es mit der WLAN-Waage Aria von Fitbit möglich wĂ€re.

Wozu das Ganze?

Fitbit WochenstatistikWöchentlicher Newsletter
Macht mich etwas Elektronik am Arm fitter? Bewege ich mich dadurch mehr? Trinke ich öfter? – Ja, tatsĂ€chlich! Gamification heißt das Zauberwort – spielerisch erreichte Motivationssteigerung. Auf diesem Prinzip grĂŒndet sich der ganze Erfolg dieser Gadgets. Wenn am Ende des Tages zu wenig Schritte gezĂ€hlt sind, kann das daran liegen, dass man mit dem Rad zur Arbeit gefahren ist, oder sich wirklich zu wenig betĂ€tigt hat. Dann geht man also vielleicht lieber noch mal eine Runde um den Block. Das bei Amazon derzeit 129,99 € teurere Jawbone UP erinnert durch kurze Vibration sogar daran, dass man sich 15 oder 20 Minuten nicht bewegt hat. FĂŒr Schreibtischhengste der Anstoß mal zum Drucker oder an die frische Luft zu gehen.

Und was wÀre ein Spiel ohne Medaillen? Bricht man gewisse HöchststÀnde, verdient man sich kleine Abzeichen. Und wenn der Kampf mit dem eigenen Schweinehund nicht ausreicht: wer in seinem Freundeskreis noch weitere Besitzer dieses Gesundheitsspielzeugs hat, kann sich ganz einfach in der App oder dem Web-Dashboard mit ihnen messen: wer ist heute weiter gelaufen, hat mehr abgenommen ect. Ein weiterer Anreiz, das Auto stehen zu lassen und zum BÀcker & Co. zu laufen.