Plakatwerbung: Isch ¬īab misch indisch verliebt

Veröffentlicht am 19. Juli 2013 | in der Kategorie Aus meinem Leben, Mein Senf dazu ... | Tags: , , ,

Der Lieferservice Lieferando f√§llt derzeit mit einer sch√∂nen Plakatkampagne in Dresden auf. Vereinzelt habe ich immer mal wieder eines dieser Plakate auf meinen Wegen durch die Stadt gesehen, aber erst heute fr√ľh habe ich auf dem Weg zum Zug auf dem Dammweg alle drei nebeneinander gesehen und unten stehende Fotos gemacht.

Der Slogan „Hier wird Essen bestellt“ bezieht sich in erster Linie nat√ľrlich auf den Service – die Website oder die App. Durch die Spr√ľche in Mundart wird „Hier“ allerdings auf eine zweite Metaebene gehoben.

lieferando - Pizza, Burger, Sushi, Pasta, Salate, Essen bestellen - Christoph Gerber
Windows Phone

Ausprobiert habe ich Lieferando bis jetzt noch nicht, sondern nur den direkten Konkurrenten Lieferheld. Beide verfolgen das selbe Geschäftsmodell und haben sich in der Vergangenheit schon das ein oder andere Gefecht geliefert (siehe hier).

Funktioniert also √§hnlich: Man bekommt nach Eingabe seiner Postleitzahl/Adresse oder Registrierung eine Liste der kooperierenden Lieferdienste angezeigt, wickelt auch dort gleich die komplette Bestellung ab und bekommt auch gleich die M√∂glichkeit geboten, die Bestellung online zu bezahlen. Genau DAS ist der Riesenvorteil: auch ohne Bargeld Zuhause zu haben, kann man sich Essen liefern lassen. Man muss also gar nicht mehr das Haus verlassen – Sozialarmut, juchu! Aber mal ohne Mist: das ist wirklich bequem. Man kann ggf. sogar noch von unterwegs √ľber das Smartphone bestellen und muss keinen Umweg zu einem Bankautomaten machen.

Warum machen die Lieferdienste da mit? Nat√ľrlich bekommen Lieferando bzw. Lieferheld Provision pro Bestellung. Und dabei kosten die Gerichte f√ľr den Kunden nicht mehr, als wenn er sie direkt bestellte. Der Imbiss oder die Gastst√§tte machen also Miese im Vergleich zur direkten Bestellung. Aber bevor jetzt schon gleich wieder einer aufschreit, dass hier jemand ausgebeutet wird:

  • Der zeitliche Aufwand einer Bestellungsannahme am Telefon ist nicht zu untersch√§tzen. Diese Zeit kann effizienter in der K√ľche verbracht werden.
  • Durch die M√∂glichkeit, das Essen und den Lieferservice nach jeder Bestellung zu bewerten, hat der Gastronom die M√∂glichkeit, sich mit seinen Konkurrenten zu messen.
  • „Heute mal was anderes?“ Genau dabei hilft die Auflistung auch: auch bisher unbekannte Einrichtungen k√∂nnen beim St√∂bern entdeckt werden und Kunden „abgreifen“. Die gro√üen Franchise-Platzhirsche machen m. E. nur der Vollst√§ndigkeit halber mit.

Der wirklich Leid tragende könnte vielleicht nur der Lieferjunge sein, da er bei elektronischer Bezahlung und ohne Bargeld im Haus auch kein Trinkgeld bekommt.

Probiert doch Lieferheld oder Lieferando auch mal aus und schreibt eure Erfahrungen als Kommentar hier mit dazu. Ich w√ľrde mich freuen.

Lieferando: indisch verliebt

Lieferando: Penne

Lieferando: Gnocchi