
Es ist mal wieder einmal Montag. Der Wecker klingelt viel zu früh, um den Besuch im Bad, ein Frühstück und den Arbeitsweg hinter sich zu bringen, um pünktlich 8 Uhr im Büro aufzuschlagen. Alltag für viele Arbeitnehmer.
Auf Arbeit angekommen, alle Kollegen begrüßt und die Erlebnisse des Wochenendes ausgetauscht versucht man seiner Arbeit nachzugehen. Das gelingt (vor allem montags) nicht immer sehr motiviert. Je nach Aufgabe kann das Umfeld „Büro“ jetzt zum Vor- oder Nachteil werden.
Man ist nicht allein – Der Mensch als kommunikatives Wesen schätzt die Gesellschaft seiner Mitmenschen. Ausnahmen bestätigen da nur die Regel. Seine Probleme oder kleine Ladehemmungen kann man schnell in die Runde werfen und erhält auf direktem Weg eine Antwort. Nicht jede Tätigkeit verlangt 100 % Konzentration. Ein lockeres Gespräch unter Kollegen hebt die Stimmung (ein gutes Betriebsklima vorausgesetzt).
Optimale Infrastruktur – Ein professionell eingerichtetes Büro mit Schreibtisch, Computer, Netzwerk, Drucker ect. ist einfach vorhanden. Bei weitem nicht jedes Arbeitszimmer Zuhause ist so gut ausgestattet. Das liegt vielleicht auch daran, dass man da nicht so viele Stunden seines Tages verbringt. Ein guter Kompromiss ist da sicherlich ein sogenannter Coworking Space. Flexibel mietbare Büroräume, die man allein oder in einer Projektgruppe nutzen kann. Schreibtisch und Internet sind vorhanden. Eine Kaffeemaschine ist meist auch nicht weit. Mit steigender Nachfrage enstehen in größeren Städten derzeit immer mehr solcher Plätze: Coworking in Dresden. Durch schnelles Internet überall (naja – fast) ist es auch möglich gesichert auf das Firmennetzwerk zuzugreifen – egal wo man ist.
Der innere Schweinehund – Man sitzt also selbstverwaltet an seinem Schreibtisch im Arbeitszimmer daheim. Ich stelle jetzt mal die These auf, dass die Tatsache, dass nur eine Tür zwischen Arbeit und Feierabend liegt auch eine gewisse Selbstdisziplin abverlangt, die nicht jeder leisten kann. Man lässt sich ablenken. Soziale Netzwerke sind dafür wie geschaffen. Laut einem t3n-Artikel könnte das sogar die Produktivität steigern. Aber auch abseits der Netzwelt klappt das Ablenken ganz gut: „Ich müsste doch noch saugen, Wäsche waschen, einkaufen …“.
Ablenkung – man ist eben nicht allein – Was im geringen Rahmen noch positiv einzuordnen ist, kann aber auch schnell nerven und unproduktiv werden. Ich kann es mir nicht aussuchen, ob sich meine Kollegen die ganze Zeit über Fußball oder das Wetter unterhalten. Sollte eine musikalische Berieselung im Büro erlaubt sein, ist diese auch höchstens ein Kompromiss unter den Kollegen. Ich höre gern Musik oder Podcasts neben meiner Arbeit, aber kann es auch nicht immer haben. Manchmal soll es einfach ruhig sein. Aus. Und dann gibt es noch eine Person, die oft genug für Ablenkung sorgt: der Chef (ganz allgemein). Er verteilt ungeachtet bestehender Aufgaben neue, möchte diese natürlich erst in einem Meeting absprechen und sich dann in gefühlten fünfminütigen Abständen Teilresultate einholen. Alles verständlich, aber das reißt einem aus seiner Konzentration und ist dem Produkt nicht zuträglich. Wenn man sich überlegt, was „kurz mal im Team zusammensetzen“ bedeutet: vielleicht 40 Minuten Dauer bei sechs beteiligten Personen = 4 Stunden Arbeitszeit (ein halber Arbeitstag!). Was das Unternehmen – je nach Stundensatz – einem Kunden dafür berechnen müsste … und was dabei rauskommt, ist eine andere Sache.
Fixkosten – Ein Büro kostet Geld. Miete, Heizung, Strom. Nicht jeder müsste zangsläufig dort untergebracht werden. Flexible Arbeitsorte von Außendiestmitarbeitern im Home Office oder besagten Coworking Spaces erlaubten eine effizientere Platznutzung. Viele Büros stehen die ganze Woche leer, nur um an einem bestimmten Tag genutzt zu werden. Notebooks haben Desktop-Computer im Verkauf schon lange überholt. Warum dann nicht auch den Vorteil dieser Rechner ausnutzen: Mobilität?
Lebenszeit – Ich verbringe täglich über drei Stunden, um ZUR Arbeit oder NACH Hause zu fahren. Zugegeben könnte ich mir eine Wohnung suchen, die näher am Büro liegt, aber mir gefällt es hier ganz gut. Angenommen das Home Office verdränge das Büro: man steht früh also ggf. etwas später auf, Bad, Frühstück … und eben kein Arbeitsweg mehr. Nach getaner Arbeit hat man wie gewohnt Feierabend, aber man ist schon da. Es ergeben sich Freiräume, die bis jetzt nicht zu erträumen gewesen wären. Diese müssten dann zwar wieder gefüllt werden, ohne Langeweile aufkommen zu lassen, das ist aber ein anderes Problem.
Die Mischung machts – Ich persönlich sehe das Büro für mich noch immer als DEN Ort zum Arbeiten. Ich spüre unterbewusst den leichten Druck, produktiv zu sein und schätze den Umgang mit meinen Kollegen. Sicherlich fluche ich ab und zu über „die doofe Windows-Möhre“ oder den zu langen Fahrtweg. Mit der beschriebenen Ablenkung muss man sich vielleicht etwas besser arrangieren. In einem TED-Video (habe den Link leider nicht mehr) habe ich auch den Vorschlag eines „silent days“ gehört, also ein Tag in der Woche, an dem keiner spricht. Auf einen Versuch käme es an. Bliebe noch das „Problem Chef“ (so viel Anführungszeichen, wie man setzen möchte, kann ich gar nicht schreiben). Wenn man schon tägliche Statusmeetings abhalten muss, sollte man dazu übergehen sogenannte „stand-ups“ also kurze Zusammenkünfte im Stehen abzuhalten. Wenn man sich erst hinsetzt, ist es viel zu gemütlich und man kommt vom Hundertsten ins Tausendste. Zu anderen Meetings sollten wirklich nur die betreffenden Mitarbeiter geladen werden. Und was die Zwischenstandsabfragen angeht: etwas mehr Geduld bitte.
Da der Winter bei uns jetzt (endlich) wieder Einzug gehalten hat, haben Lisa und ich entschlossen, gestern den Wecker wieder auf eine wochenenduntypische Zeit zu stellen und nach Oberwiesenthal zu fahren.
Pünktlich zum Start des Liftbetriebs angekommen, freuten wir uns über den vielen neuen Pulverschnee, der aus den Wolken aber auch aus allen Schneekanonen gefallen ist. Also Ticket geholt, Board an die Füße und ab in den Lift. Oben angekommen erwartete uns eine wunderschön verschneite Winterlandschaft:

Das Wetter war wunderbar. Der Gipfel war teilweise durch Wolken verhüllt. Gegen Mittag kam immer öfter die Sonne raus. Es war nur selten windig. Also perfekte Bedingungen, die den sich heute meldenden Muskelkater wieder vergessen lassen.
Am 9. Januar 2007 stellte Steve Jobs auf der Macworld in San Francisco die Revolution im Mobiltelefonmarkt vor. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte sich kaum jemand vorstellen, sein Telefon mittels Touch ohne Griffel zu benutzen, im Web (und nicht WAP) zu surfen und dazu noch einen so komfortablen Mediaplayer integriert zu haben, der an den größten digitalen Store (für Musik und Filme) angeschlossen ist.
An iPod, a mobile phone and an internet communicator.
Heute, nach genau sechs Jahren, hat sich einiges getan. Das iPhone wurde rundum weiterentwickelt, hat viele neue Funktionen bekommen und dank des AppStores nicht nur Käufer arm, sondern auch Entwickler reich gemacht.
Über den Tellerrand des Apfeluniversums geschaut, hat sich auch viel getan. Google scheint mit ihrem Betriebssystem Android das Microsoft unserer Zeit zu werden: sie stellen der Masse an Hardwarebuden ihr Betriebssystem zu Verfügung, ohne es an das jeweilige Gerät, deren Leistungen und Besonderheiten anpassen zu können. Kleinere Inkonsistenzen außer Acht gelassen (auch bei iOS ist nicht alles Gold: Coverflow?) ist das DER Nachteil, den ich in Android sehe. Die Teilung von Hard- und Software. Damit einher gehend: Google hat keine Kontrolle über ihre Software mehr. Sollten sie Updates bereitstellen, heißt das noch lange nicht, dass diese dann auch durch die Telefonhersteller (modifiziert) an den Kunden und sein Telefon weitergegeben werden. Da Google aber nur daran interessiert ist, möglichst jeden möglichst lange im Internet zu haben, um ihm dann mit gesammelten Daten personalisierte Werbung anzuzeigen und damit ihr Geld zu verdienen, wird sie eine geschmälerte User Experience nicht stören.
Was wird uns in den nächsten sechs Jahren iPhone erwarten? Sicherlich werden die Sprünge kleiner werden. Das zeigen ja schon die letzten Versionssprünge. Für mich absolut keine Enttäuschungen. Ich habe mich wirklich gefragt, was die „Fachpresse“ erwartet hatte, als sie vom iPhone 5 so enttäuscht waren. Wenn ich jetzt mal in die Glaskugel schaue, sehe ich angelehnt an Passbook ein Bezahlsystem. Ich reserviere online mein Kinoticket, gehe ins Kino, durch Geolokalisierung (core location) bekomme ich mein Ticket angezeigt, kann es dann auch kaufen und mit meiner AppleID als virtuelle Kreditkarte bezahlen und zeig dem Personal oder einem Drehkreuz nur einen QR-Code auf dem iPhone. Und dieses Beispiel ist erweiterbar. Bei Ikea scannt man eh schon selber seine Artikel. Das kann man auch mit seinem Telefon und dann statt dem Stück Plaste meiner Bank drück ich einen Button auf meinem Telefon. Fertig. Ein Gutscheinprogramm wie Ikea-Family wäre in die App einfach zu integrieren.
An der Hardware habe ich eigentlich nichts auszusetzen. Schneller geht immer und längere Akkulaufzeit auch. Und vielleicht noch etwas an der Kamera schrauben. Aber das wären schon wieder so kleine Anpassungen (weil jetzt schon sehr gut), dass ich es schon höre: „Mehr nicht?“. Billiger wäre ja noch mal was, aber wir wollen Apple ja nicht arm machen, 30 % Marge muss schon sein.

Foto: James Cridland (flickr)
Ab und an werde ich darauf angesprochen, warum ich mich in sozialen Netzwerken und mit meiner Website vor aller Welt nackich mache. Angefangen von meinem Lebenslauf, privaten Kontaktdaten mit Foto, meinen Referenzen bis hin zu meinem seit November laufenden Blog. “Du wirst doch zum gläsernen Menschen!” – Ja, werde ich ein wenig – und das ist auch ganz gut so. Warum ich dieser Meinung bin, werde ich in diesem Artikel versuchen zu erläutern.
Nach dem Telemediengesetz ist jeder Websitebetreiber dazu verpflichtet, seine Veröffentlichungen durch eine “Anbieterkennzeichnung” zu kennzeichnen. Es besteht eine Impressumspflicht. Das gilt natürlich nur für deutsche Websites. Mit einer internationalen Topleveldomain (z. B. .com) und einem Webspace im Ausland könnte diese Hürde einfach umgangen werden. Die deutsche .de-Domain ist in dem Köpfen des Endverbrauchers aber viel tiefer etabliert und abgesehen davon auch noch günstiger im Unterhalt.
Unternehmen (gerade in der Medienbranche) sind inzwischen dazu übergegangen, sich mit eigenen Blogs und einer Präsenz in sozialen Netzwerken bei potentiellen Kunden und auch Bewerbern interessant zu machen. Man beschäftigt sich unterbewusst mit der ein oder anderen Marke und es wächst der Wunsch genau diese Agentur zu beauftragen oder für sie arbeiten zu wollen. Das führt dann dazu, dass die Firmen auch ohne Stellenausschreibungen genügend Bewerbungen im Posteingang haben. Neue Mitarbeiter sollen sich neben fachlicher Qualifikation möglichst gut in ein bestehendes Kollektiv eingliedern. Wenn man sich im Team versteht und das freundschaftliche Betriebsklima die ein oder andere Überstunde vergessen lässt, fällt die Arbeit leichter und man ist produktiver.
Bei einer offenen Stellenausschreibung bleibt dem Personaler dann nur zwischen den Zeilen der Bewerbung zu lesen und sich innerhalb eines persönlichen Gesprächs auf seine Intuition zu verlassen. Beides sollte natürlich so transparent und ehrlich wie möglich gestaltet werden. Keinem nützt es, eine falsche Fassade zu errichten, die man nicht lange aufrecht erhalten kann. Recherche betreibt der Recruiter wie jeder andere auch: Google und soziale Netzwerke sind ihm dabei eine große Hilfe. Und dann ist es letztlich wie bei den Goldschürfern: je länger er nach Informationen suchen muss, um so tiefer wird er graben. Wenn er schon auf einer eigenen Webpräsenz oder der Profilseite eines Netzwerkes alle nötigen Informationen findet, dürfte er weniger Gründe haben, seine Nachforschungen auszuweiten.
Personaler sind bei weitem nicht die einzigen, die auf Blogs, Facebook oder Twitter “stöbern”. Jeder neue private Kontakt sucht und wird gesucht. Ich habe es da noch etwas einfacher, meinen Namen gibt es in Deutschland nicht mehr so häufig. Ich bin kein Architekt, kein Dr. der Mathematik mit Dopplnamen und besitze auch keine schweizer AG. Beim sogenannten Ego-Googlen (den eigenen Namen suchen) sieht man, wie leicht andere falsche Informationen erlangen können und man im falschen (schlechten) Licht dasteht. Es kann also sogar sinnvoll sein, seine eigene kleine Seite für Suchmaschinen zu optimieren und sie möglichst weit oben in den ersten Ergebnissen zu halten. Und das erreicht man am besten mit Inhalten.
Wenn diese Inhalte dann wiederum von potentiellen neuen Arbeitgebern gelesen werden, hat man die Möglichkeit, sich damit interessant zu machen. Und wenn ihnen gefällt, was sie lesen, haben sie gleich die Möglichkeit, sich über den Autor zu belesen oder mit ihm in Kontakt zu treten.
Nichts desto trotz gibt es genügend Dinge, die nicht gleich jeder wissen muss. Privatsphären-Einstellungen bei Facebook oder die Kreise bei Google+ sollte jeder mit Bedacht und bewusst einsetzen.
Für alle, die die Evolution nicht anzweifeln – und ja: die Erde ist rund und wurde nicht in 7 Tagen erschaffen – ist dieses Video ein schöner Zusammenschnitt der 4,5 Milliarden Jahre Vergangenheit unserer Erde. Für alle anderen ist es dann wohl Science Fiction?
Hinter dem Video steckt John Boswell von melodysheep. Die Musik aus dem Video stammt ebenfalls aus seiner Feder: melodysheep – Our Story (bei iTunes).
Schon mal vorweg: ich bin kein Freund von Silvester. Immer in Deckung vor vorbei zischenden Raketen und einem zwischen die Beine geworfenen Böllern aus dem östlichen Ausland … Und da ich es nicht wie einige Freunde oder Kollegen geschafft habe, mich gleich ins Ausland zu flüchten und keine geeignete Alternative sich ergeben hat, habe ich beschlossen, die ganzen Raketen und Böller vom Bett aus zu betrachten. Ich habe das Geflacker also noch etwas verfolgt und bin dann recht schnell eingeschlafen, weil der Wecker 6.00 Uhr wieder klingelte. Wenn die ganze Welt Silvester bis sonst wann feiert, hat man Neujahr seine Ruhe. Und wo kann man die mehr gebrauchen, als auf der Piste? Das Ziel war klar: Oberwiesenthal. Sonst hat sich der Winter ja wieder weitestgehend verkrümelt.
Ich bin also – in Ermangelung eines Autos – mit der Bahn dahin gefahren. 7.17 Uhr Abfahrt Straßenbahn in Dresden – 11.02 Ankunft Oberwiesenthal. Mein Telefon war mit Podcasts gut gefüllt. Angenehm kurze Zwischenhalte in Flöha (wenn man da einmal auf dem Bahnhof war, reicht es auch – und ich war ja auf der Rückfahrt schon ein zweites Mal da) und Cranzahl. Bis dahin galt auch das Sachsenticket, für den letzten Abschnitt musste/durfte ich mit der Fichtelbergbahn fahren. Auf der Website habe ich jetzt keine Innenansichten gefunden, deshalb dieser Schnappschuss von heute (man beachte den Ofen weiter hinten).

Dann endlich angekommen hatte ich mir etwas bessere Schneebedingungen erhofft. Ringsrum war alles schon weitestgehend grün/braun/grau, auf der Piste schimmerte das auch schon an einigen Stellen durch. Im der unteren Hälfte der Piste war der Schnee schon sehr feucht und verteilte sich in Haufen auf den harsch gefrorenen Boden. Kein einfacher Untergrund – Experimente oder einen Abstecher in den Park habe ich mir da auch gespart. Das Wetter war angenehm, Vormittag sogar etwas sonnig, ich war dann aber doch froh, als die sich verzog – nicht dass noch mehr schmilzt.
Als Abschluss gab es noch eine heiße Schokolade und eine Rückfahrt durch das weihnachtliche Erzgebirge. Wenn ein Erzgebirgler in seinem Haus auch nur in einem Fenster keinen Schwippbogen Schwibbogen (ich danke Ronny für das Lektorat meines iPhone-Autokorrektur-Fehlschlags) stehen hat, macht er sich doch schon verdächtig! Das ist ja beinahe lächerlich, dass in einem riesigen Bauernhaus mit über 20 Fenstern JEDES Fenster von einen Schwibbogen erleuchtet ist. Davon gibt es jetzt kein Beweisfoto, diese Absurdität kann sich jeder selber einmal anschauen. Auf eine kitschige Art ist es auch schön gewesen.
Nun möchte ich meinen ein bis zwei zwei bis drei Lesern dieses Blogs noch ein gesundes neues Jahr wünschen. Man liest und sieht sich.

Nun sind Sachsen generell ja nicht dafür bekannt, ein sauberes oder auch nur gern zu hörendes Deutsch zu sprechen. Ich bin ganz froh, dass man mir meine Herkunft nicht gleich anhört. In den täglichen Sprachgebrauch meiner Umwelt haben sich über den Dialekt hinaus kleine (und größere) Fehler eingeschlichen. Ich fände es schön, wenn wir 2013 mit guten Vorsätzen starten – und diesmal nicht “gesund Essen”, “nicht mehr Rauchen” oder “Oma öfter anrufen”. Das ist natürlich alles sinnvoll und kann zusätzlich probiert werden. Auf die Verwendung der eigenen Sprache zu achten wäre mir aber wichtiger. In den nächsten Absätzen möcte ich auf die häufigsten Fehler eingehen, die mir jedes Mal einen Stich versetzen, wenn ich sie höre.
Ich war heute in einem Bastelladen und habe Schleifenband gekauft. Hat man seine Wahl getroffen, soll man selber die gewünschte Länge von der Rolle abschneiden und diese zusammen mit der auf der Rolle vermerkten Artikelnummer auf einem bereitgelegten Zettel vermerken und damit zur Kasse wandern. Nun werden die Rollen immer wieder mit neuen Bändern aufgefüllt und mit immer neuen Aufklebern versehen. Ich hatte jedenfalls die falsche Nummer abgeschrieben, wurde an der Kasse von der netten Kassiererin beruhigt, dass ich da bei weitem “nicht der einzigste” sei. Ich habe ihr mit schmerzverzerrtem Gesicht zugenickt, bezahlt und ihr noch einen schönen Feierabend gewünscht.
Was war falsch? In diesem Fall ist es offensichtlich: “einzig” gehört zu den Absolutadjektiven, die man nicht steigern darf. Und wenn man es sich genau überlegt: klar, etwas einzigartig ist, kann es nicht geben, was einzigartiger oder gar einzigartigst ist. Weitere Beispiele für solche Adjektive sind total, perfekt, völlig, optimal. Letzteres höre ich auch ab und an in falschem Gewand: “Das ist die optimalste Lösung.”
Gleich vorweg, Susi ist hier ein generierter rein zufälliger Name und kann durch jeden anderen ersetzt werden. Wird dieser Name dann von Genitiv-s gefolgt, ist alles in bester Ordnung. Leider wird dieses s zu oft von einem “Deppenapostroph” abgetrennt. Ein Apostroph darf jedoch nur in drei Fällen gesetzt werden:
Quelle der Beispiele und eine zu empfehlende Seite mit vielen Beispielfotos, die zeigen, dass auch big player wie Amazon, die FDP oder AXE Probleme bei der Einhaltung dieser einfachen Regeln haben: www.deppenapostroph.info
Bastian Sick (Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod) hat dazu in seiner Zwiebelfischkolumne schon 2004 versucht für Aufklärung zu sorgen: Bastian Sick zum Deppenapostroph.
Jetzt noch ein Fehler, den ich in den letzten Monaten aktiv abgelegt habe. Man muss keinen Migrationshintergrund haben oder im Plattenbau wohnen, um diesem Fehler zu erliegen. “Das beste wo gibt.” ist ein sehr überspitztes Beispiel. “Wo ich gestern aufgestanden bin …” tritt schon häufiger auf. Natürlich soll dieser Satz ausdrücken, was geschehen ist, ALS ich aufgestanden bin und keinen örtlichen Bezug herstellen. In vielen Fällen, in denen “als” das richtige Wort wäre, rutscht “wo” von der Zunge. Achtet mal darauf. Mir hat ein Kollege dabei geholfen, der mich wehemend bei jedem wo-Missbrauch darauf hingewiesen hat. Mit der Zeit fielen mir die Fehler schon kurz nachdem ich sie ausgeplaudert hatte auf. Jetzt sind die Fälle, wo (natürlich “bei denen”) ich diesem Fehler erliege, selten geworden.
Zum Schluss noch einmal der Aufruf: nutzt den Jahreswechsel, um an eurer Sprache zu feilen. Die oben genannten Fehler sind bei weitem nicht die Einzigen, sondern nur die subjektiv schlimmsten. Deutsch ist vielleicht nicht sexy, falsches Deutsch aber definitiv nicht.
Es ist ja bald soweit, die Welt wird untergehen. Ich halte es da wie Jan Böhmermann: ich glaube nur an zwei Dinge: an Gott und an den Weltuntergang =). Für alle Gläubigen und Ungläubigen hier eine (sogar deutsche!) Infografik:

Musik und die dazugehörigen Texte bewirken (bei mir) sehr viel. Musik begleitet uns ein Leben lang. Wir erinnern uns an bestimmte Augenblicke, Menschen und Gefühle zu ihnen, wenn wir ein Lied hören. Sie kann diese Gefühle auch wecken und verstärken – ein emotionaler Katalysator. Daher ist Musik für mich wichtig und ich möchte mich da auch nicht in enge Muster drängen lassen. Ich höre alles. Naja, ganz so ist es auch nicht (den Stadl lass ich gern aus). Je nach Stimmung und Beschäftigung variieren mein Musikvorlieben schon deutlich. Auf Partys sollte es elektronisch sein, sonst auch eher Indie, Singer-Songwriter-Pop oder auch mal ein Soundtrack (im Moment läuft der von “Drive”). Einiges lässt sich schwer in Genres gliedern und das will ich auch gar nicht machen. Ich sortiere meine Musik weder danach, noch verwendet ich Playlisten. Wenn ich gezielt Musik höre dann alben- bzw. künstlerweise.
Um nicht in der immer gleichen Suppe zu schwimmen, höre ich auch gern mal Radio. Und da bin ich auch schon bei dem Problem: in Sachsen gibt es KEINEN Sender, den ich mir antun möchte. Letzte Woche musste ich mir zwei Stunden auf dem Beifahrersitz “MDR JUMP – das Pop-Radio des MDR für junge Erwachsene” (lt. Eigenaussage) – anhören. Besser als nichts, aber mehr eben auch nicht. Das fängt bei scheinbar aufgeputschten ModeratorInnen an und zieht sich über langweilige Themen hin zu von einer scheinbar geschmacklosen Musikredaktion ausgesuchten Titeln – Formatradio eben. Und das dann in Dauerschleife. Hotrotation – obwohl der Slogan doch “Echte Abwechslung für Sachsen …” lautet. Ich frage mich, wen das ansprechen soll? Zwischen “Infinity” vom Guru Josh Project und “Everything at once” von Lenka kam noch der Einspieler: “Zuerst bei uns, dann bei den anderen”. Zuerst – vielleicht bei der Wahl zwischen Pest und Cholera hiesiger Radiosender.
Die sächsische Konkurrenz ist da nämlich nicht besser. Die Charts von Radio Lausitz sind eine Reise in die Vergangenheit. Von PSR will ich gar nicht erst anfangen. Wir hier im “Tal der Ahnungslosen” haben es scheinbar nicht anders verdient. Schaut man über die Grenzen unseres Freistaats hinaus in Richtung Berlin sieht es schon ganz anders aus. Dort hat man mit fritz und radioeins gleich zwei Sender, die es verstehen mit innovativem Programm und wirklich guter neuer Musik zu glänzen. Nach ein paar Monaten schwappt ein Bruchteil davon vielleicht ins heimische Radioprogramm. Doch empfangen kann man diese Sender hier nicht so einfach. fritz bekam ich in Bautzen noch mit etwas Glück, hier in Dresden habe ich aber keine Chance.
Aber wozu gibt es das Internet und gestreamtes Radio. Wenn der Wecker morgens klingelt, starte ich die fritzApp. Im Zug zur Arbeit und abends wieder zurück kann ich diese leider nicht nutzen. Abgesehen von Volumenbeschränkungen der Provider (flatrate?) ist hier der mangelnde Netzausbau Schuld. Also höre ich mir da Podcasts an. Die meisten Podcasts in meiner Liste sind Aufzeichnungen oben genannter Berliner Radiosender. Radio zum Mitnehmen.
Für bloßes Musikhören überlege ich derzeit, mir den Spotify Premium Account zuzulegen, mit dem man dann beliebige und beliebig viele Titel offline zugänglich auf das iPhone laden kann. 10 € im Monat für unbegrenzten Musikgenuss ist mehr als angemessen. Und eine Radiooption gibt es da ja auch. Nachrichten und redaktionelle Beiträge fehlen da natürlich und unter Radio verstehen die Stockholmer sowieso was anderes. Es ist eher eine Art der von Apple bekannten Genius-Playlists. Von einem Track ausgehend werden ähnliche Titel gesucht, von denen gedacht wird, dass sie dem Nutzer gefallen. Diese Auswahl kann man dann noch mit Daumen hoch und runter bewerten. Außerdem kann man bestimmte Titel mit einem Sternchen versehen und sie somit zu seinen Favoriten hinzufügen, um sie später auch wiederzufinden und sich von dem Künstler weitere Titel anhören. So sie denn existieren, aber da ist die Abdeckung von Spotify schon ganz gut. Das Death-Metal-Album eines Kollegen (Led Astray: „Decades of Addiction“ bei iTunes) hat es auch pünktlich zum Release in die Datenbank geschafft.
Abschließend bleibt mir nur zu hoffen, dass die lokalen Radiosender bald aufwachen und statt Volksberieselung à la RTL2 qualitativ hochwertigen Content produzieren bzw. eine Musikredaktion beschäftigen, die sich auch als solche bezeichnen kann. Oder der Netzausbau soweit voran schreitet und vernünftige Verträge mit sich bringt, dass man wirklich das konsumieren kann, was man will. fritz und radioeins gehören ja schließlich beide zum rbb, sind also öffentlich-rechtlich und finanziert von unseren Gebühren Rundfunkbeiträgen. Ich träum jetzt noch etwas von WLAN im Regionalverkehr …